Naloxon-Nasenspray kann bei Opioidüberdosis Leben retten

Opioide wie Heroin sind nach wie vor Spitzenreiter für drogenbedingte Todesfälle. Opioide wirken betäubend auf das zentrale Nervensystem und damit auch auf die Atmung. Bei einer tödlichen Überdosis wird diese immer flacher bis hin zum Atemstillstand. Besonders gefährlich ist daher der Mischkonsum mit Substanzen, welche ebenfalls die Atmung beeinflussen, u.a. Alkohol und Benzodiazepine. Auch nach einer Phase der Abstinenz ist besondere Vorsicht geboten, da sich die Toleranz zurückentwickelt hat und die vorher übliche Dosis zu einer Überdosis werden kann. Häufig wird in solchen Fällen der Rettungsdienst gar nicht oder zu spät gerufen aus Angst vor Strafverfolgung, obwohl diese unter Schweigepflicht stehen.

Um in solchen Situationen schnell reagieren zu können, gibt es seit 2018 ein Naloxon-Nasenspray, das von medizinischen Laien verabreicht werden kann. Naloxon ist ein sogenannter Opioid-Antagonist. Er verdrängt die Opioide von den Rezeptoren im Gehirn und Körper und die Betroffenen können wieder atmen. Das Nasenspray können Konsumenten, sowie Angehörige ärztlich verschreiben lassen.
Aktuell werden im Rahmen eines Modellprojekts deutschlandweit Schulungen durchgeführt, um das lebensrettende Mittel in der Szene bekannt und verfügbar zu machen.

Auch unsere Beratungsstelle hat bereits an einer Schulung teilgenommen. Gerne können Sie sich bei Fragen diesbezüglich an uns wenden.