Internetsucht – Surfst du schon oder lebst du noch?

Das Thema Sucht kennen wir vor allem im Zusammenhang mit Alkoholkonsum, Drogengebrauch und Glücksspielen. Durch das jeweilige Konsumverhalten wird das Glückshormon Dopamin im Gehirn ausgeschüttet, das motiviert und Wohlbefinden erzeugt. Das Gehirn lernt dadurch das Konsumverhalten als einfachsten Weg zu bevorzugen, um zeitweilig unangenehme Stimmungen, Einsamkeit und Probleme auszublenden. Wenn jedoch das Konsumverhalten selbst beginnt Probleme zu erzeugen, aber auch zugleich das wichtigste Verhalten ist um mit Problemen umzugehen, besteht bereits der Teufelskreis der Sucht.

Und genau da ist der Zusammenhang zu dem aktuellen Phänomen des suchthaften Internetkonsums gegeben – Es wurde nachgewiesen, dass bei bestimmten Internetanwendungen, wie beim Surfen in sozialen Netzwerken oder beim Online Spielen, ähnliche Vorgänge im Gehirn stattfinden. Von einer Internetsucht spricht man dann, wenn die ständige Internetnutzung außer Kontrolle gerät und Beeinträchtigungen im Alltag die Folge sind. Ebenso führt diese Sucht zu einer sozialen Isolierung und zieht bedeutsame Beziehungsverluste nach sich. Laut der Drogenaffinitätsstudien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA) stieg die Internetsucht der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen bedeutend an. Während im Jahre 2011 die Krankheitshäufigkeit bei ca. 3,1 % lag, verdoppelte sich diese beinahe im Jahr 2015 auf ca. 5,8 %. Durch die fortlaufende Digitalisierung in den letzten Jahren kann angenommen werden, dass die Internetsucht weiter zugenommen hat und weiter zunehmen wird. Unsere Welt wandelt sich, und wir Menschen und unsere Probleme mit ihr.

Ein kleiner Gedankenanstoß: Die exzessive Nutzung des Internets kann dazu führen, dass wir uns selbst im Hier & Jetzt abhandenkommen und der Wunsch verloren geht, von Angesicht zu Angesicht mit unseren Mitmenschen zu kommunizieren.