Aktuelles


Deutlich gestiegene Zahl der Drogentoten 2019
15.04.2020

Aufgrund des Konsums illegaler Substanzen sind im vergangenen Jahr 1398 Menschen gestorben – das sind 122 Personen (9,6 Prozent) mehr als 2018.

Als häufigste Ursache kann hierfür die Überdosierungen von Opioiden wie Heroin und Morphin oder die Kombination mit anderen Substanzen genannt werden. Ebenfalls ist die Anzahl der Todesfälle nach dem Konsum von sogenannten Partydrogen gestiegen. Dazu gehören Kokain, Amphetamine und synthetische Drogen.

Die Drogenbeauftragte, Frau Ludwig (CSU) fordert deswegen eine flächendeckendere Struktur von Hilfsangeboten, um den Zugang zu Aufklärung, Beratung und Unterstützungssysteme für alle Menschen möglich zu machen. Frau Ludwig nennt in diesem Zusammenhang das Beispiel des Stoffes Naloxon. Dieser kann die Wirkung einer Überdosierung für einige Zeit aufheben und so kurzfristig Leben retten. Dieses Medikament gebe es seit zwei Jahren und das Wissen darüber sei noch nicht flächendeckend in der Szene angekommen.

Sie fordert ebenfalls, vor allem auch in der Corona- Krise die bestehenden Substitutions- und Hilfsangebote aufrechtzuerhalten.

Cannabidiol – Ein Wundermittel?
21.01.2020

Das Cannabidiol – kurz CBD – ist ein Cannabinoid der Cannabis-Pflanze. Im Gegensatz zu dem Tetrahydrocannabinol – kurz THC – wirkt das CBD nicht psychoaktiv, d.h. es wirkt weder berauschend noch birgt es Abhängigkeits- oder Missbrauchspotential.

Inzwischen ist ein weltweiter Hype um cannabidiolhaltige Produkte entstanden, etwa in Form von Ölen oder Samen, die als gesund, angesagt und bio gelten. Dem CBD würden zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften zugesprochen werden: So solle es gegen Schlafstörungen helfen, Krämpfe lindern, Ängste und (chronische) Schmerzen lösen. Auch wird diesem Cannabinoid nachgesagt, dass es bei Übergewicht und gegen Krebs helfen solle.

Tatsächlich allerdings sei die Heilwirkung des CBD bisher nur bei Epilepsie nachgewiesen – Für die anderen Anwendungsgebiete gäbe es bis dato nur Hinweise auf eine positive Wirkung, jedoch keine eindeutigen wissenschaftlichen Befunde zu Wirkungen, Nebenwirkungen und richtiger Dosierung. Darüber hinaus sei die CBD-Menge, die in den derzeit angebotenen Ölen und anderen Produkten enthalten sei, zu gering, um überhaupt einen Effekt entfalten zu können.

„In der Form, in der es momentan im Handel zu kaufen ist, stellt CBD vermutlich nicht mehr als ein teures Lifestyle-Produkt dar. Ganz bestimmt ist es kein Wundermittel und ersetzt weder den Gang zum Arzt noch eine medikamentöse Therapie bei schweren Erkrankungen“, schlussfolgert Anna Lorenzen in ihrem Artikel in der Zeitschrift SPEKTRUM PSYCHOLOGIE.