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Aktuelles
Computerspielsucht wird als Krankheit anerkannt
02.12.2019

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist davon überzeugt: Computerspiele können süchtig machen!

Ab dem 01. Januar 2022 soll das neue ICD-11 in Kraft treten, in welchem die Computerspielsucht („Gaming Disorder“) unter die Kategorie „Substanzgebundene und Verhaltenssüchte“ zugeordnet wird. Die ICD bedeutet zu Deutsch Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme und ist das weltweit gebräuchliche Klassifikationssystem für Krankheiten, Symptome und medizinische Diagnosen.

„Gaming Disorder“ wird laut dem ICD-11 unterschieden in eine Online-, eine Offline- und in eine nicht näher bestimmte Spielsucht. Definiert wird diese Störung als anhaltendes oder wiederkehrendes Spielverhalten von diversen Computerspielen. Drei Kriterien müssen in einem Zeitraum von 12 Monaten erfüllt sein:

  1. „Kontrollverlust über das Spielverhalten
  2. Wachsende Bedeutung des Spielens über andere Interessen und tägliche Aktivitäten hinaus
  3. Weiterspielen trotz negativer Konsequenzen“ für den Alltag und andere Lebensbereiche.

 

Die Computerspielsucht ist als Diagnose sehr umstritten und vor allem die Gaming-Industrie befürchtet, dass viel spielende Menschen plötzlich als therapiebedürftig und krank eingestuft werden. Doch Robert Jakob, der Gruppenleiter der Klassifikationen (ICD) bei der WHO, stellt dem entgegen, dass die Diagnose fachlich klar definiert sei und eine Problematik erst bestünde, wenn die o.g. Kriterien erfüllt seien. Des Weiteren fügt er hinzu: „Es gibt keinen Grund, solches pathologisches Spielen aus dem Katalog zu nehmen. Andererseits darf auch niemand, der einfach viel auf dem Computer oder Handy spielt, als krank bezeichnet werden.“

E-Zigaretten können Herz- und Kreislaufschäden verursachen
21.11.2019

E-Zigaretten enthalten viele Substanzen, die dem Herz und den Blutgefäßen schaden und somit auf Dauer das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen können. Zum Beispiel enthalten E-Zigaretten folgende gesundheitsgefährdende Substanzen: Nikotin, Feinstaub, Metalle und Aromastoffe.

Durch Tierexperimente, klinische Tests und erste epidemiologische Studien konnte herausgefunden werden, dass E-Zigaretten nicht nur die Gesundheit der Lunge belasten, sondern auch Herz und Kreislauf dadurch zu Schaden kommen. Laut Loren Wold, Professor für Medizin in der Ohio State University in Columbus, gehören zu den möglichen Folgen des E-Zigaretten-Konsums Herzrhythmusstörungen, eine Veränderung des Herzmuskels und ein gestörter Blutfluss des Herz-Kreislauf-Systems.

Hersteller von E-Zigaretten versuchen zwar ihre Produkte als sicher zu vermarkten, jedoch sind diese in größeren und langfristigen Studien noch nie auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit untersucht worden.

Fazit: Eine völlig ungefährliche Alternative zum Tabakrauchen ist die E-Zigarette bestimmt nicht. Daher wird zu großer Vorsicht und Zurückhaltung geraten, solange die gesundheitlichen Risiken nicht weiter erforscht und bekannt sind.

Cannabis beeinträchtigt Gehirnentwicklung des Nachwuchses trächtiger Ratten
17.10.2019

Italienische Forscher haben in einer aktuellen Studie an schwangeren Ratten nachgewiesen, dass der Cannabiswirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) die Gehirnentwicklung des Nachwuchses der Tiere beeinträchtigt.

Die schwangeren Ratten bekamen über einen Zeitraum von 2 Wochen täglich 2mg THC/kg verabreicht, was dem Gehalt einer milden Cannabiszigarette entspricht. Die Forscher beobachteten daraufhin, dass die Gehirnentwicklung männlicher Nachkommen verschiedenste Veränderungen aufwies, was die Signalübertragung im Gehirn betraf. Die betroffenen Tiere zeigten nach der Geburt Verhaltensauffälligkeiten und sensomotorische Defizite.

Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch Ursula Havemann-Reinecke, Oberärztin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen mit ihrem Forscherteam. Diese Befunde machen es nachvollziehbar, dass „THC in der Schwangerschaft das Risiko für den Nachwuchs erhöhe, später eine Suchterkrankung und/oder Psychose zu entwickeln“, so die Ärztin.

Der gefährliche E-Zigaretten-Boom
02.10.2019

Auch in Deutschland boomt der Gebrauch von E-Zigaretten. Laut dem Verbandschef des E-Zigarettenhandels, Michal Dobrajc, sei der Umsatz bei E-Zigaretten & Co. bis zu 25% höher, als noch im vorherigen Jahr 2018.

Sehr besorgniserregende Fakten, da gleichzeitig bekannt ist, dass vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland der Konsum der E-Zigaretten ansteigt. Die BZgA veröffentlichte diesen Monat, dass 4,2% der 12- bis 17-jährigen und 6,6% der jungen Erwachsenen in einer Umfrage im Jahre 2018 angaben, in den vergangenen 30 Tagen E-Zigaretten geraucht zu haben. 2012 hatte vergleichsweise dieser Anteil gerade mal bei 2,6% bei den Jugendlichen und bei 3,9% bei den jungen Erwachsenen gelegen.

Der Konsum der E-Zigaretten sei deshalb problematisch, da vor allem die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen der beinhaltenden Substanzen unklar seien.

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/106215/Zahl-der-Toten-und-Verletzten-nach-E-Zigaretten-Gebrauch-steigt-weiter-an

Internetsucht – Surfst du schon oder lebst du noch?
18.09.2019

Das Thema Sucht kennen wir vor allem im Zusammenhang mit Alkoholkonsum, Drogengebrauch und Glücksspielen. Durch das jeweilige Konsumverhalten wird das Glückshormon Dopamin im Gehirn ausgeschüttet, das motiviert und Wohlbefinden erzeugt. Das Gehirn lernt dadurch das Konsumverhalten als einfachsten Weg zu bevorzugen, um zeitweilig unangenehme Stimmungen, Einsamkeit und Probleme auszublenden. Wenn jedoch das Konsumverhalten selbst beginnt Probleme zu erzeugen, aber auch zugleich das wichtigste Verhalten ist um mit Problemen umzugehen, besteht bereits der Teufelskreis der Sucht.

Und genau da ist der Zusammenhang zu dem aktuellen Phänomen des suchthaften Internetkonsums gegeben – Es wurde nachgewiesen, dass bei bestimmten Internetanwendungen, wie beim Surfen in sozialen Netzwerken oder beim Online Spielen, ähnliche Vorgänge im Gehirn stattfinden. Von einer Internetsucht spricht man dann, wenn die ständige Internetnutzung außer Kontrolle gerät und Beeinträchtigungen im Alltag die Folge sind. Ebenso führt diese Sucht zu einer sozialen Isolierung und zieht bedeutsame Beziehungsverluste nach sich. Laut der Drogenaffinitätsstudien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA) stieg die Internetsucht der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen bedeutend an. Während im Jahre 2011 die Krankheitshäufigkeit bei ca. 3,1 % lag, verdoppelte sich diese beinahe im Jahr 2015 auf ca. 5,8 %. Durch die fortlaufende Digitalisierung in den letzten Jahren kann angenommen werden, dass die Internetsucht weiter zugenommen hat und weiter zunehmen wird. Unsere Welt wandelt sich, und wir Menschen und unsere Probleme mit ihr.

Ein kleiner Gedankenanstoß: Die exzessive Nutzung des Internets kann dazu führen, dass wir uns selbst im Hier & Jetzt abhandenkommen und der Wunsch verloren geht, von Angesicht zu Angesicht mit unseren Mitmenschen zu kommunizieren.