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Aktuelles
Sinkende Zahl von Kindern- und Jugendlichen mit Alkoholvergiftung
13.10.2020

Es kann weiterhin ein Rückgang der Kinder und Jugendlichen mit alkoholbedingter Krankenhauseinweisung beobachtet werden. Die DAK-Gesundheit berichtet, unter Berufung auf Daten der statistischen Landesämter, dass im Jahr 2018 ca. 20.500 Kinder und Jugendliche (10-20J.) aufgrund ihres starken Alkoholkonsums ins Krankenhaus gekommen sind. Die letzten 5 Jahre konnte jedes Jahr ein Rückgang der Zahlen verzeichnet werden. So waren es im Jahr 2016 beispielsweise noch 22.300 Betroffene. Um 230 Fälle zugenommen hat allerdings im Jahr 2018 die Zahl der Kinder und jungen Jugendlichen (10-15J.) im Vergleich zum Vorjahr. Besonders betroffen von dem Phänomen des Rauschtrinkens sind Großstädte, wie Berlin und Hamburg. So musste beispielsweise Berlin, trotz des bundesweiten Abwärtstrends, einen Anstieg um 18,8 % von Kindern und Jugendlichen mit einer Alkoholvergiftung verzeichnen.

Substanzabhängigkeit erhöht das Risiko einer COVID-19 Erkrankung
16.09.2020

Das Team um Nora Volkow, Direktorin der National Institute on Drug Abuse (NIDA) in Bethesda (USA) hat 73,1 Millionen elektronische Krankenakten von erwachsenen US-Amerikanern ausgewertet.

Dabei kam heraus dass Patienten mit einer Abhängigkeit von Alkohol, Tabak, Cannabis, Opioiden oder Kokain ein deutlich erhöhtes Risiko haben, im Falle einer Infektion mit SARS CoV-2, an COVID 19 zu erkranken.

Dies sei vor allem auf die Begleiterkrankungen Substanzabhängiger zurückzurühren. Vor allem Opiatabhängige sind aufgrund der Atemdepression durch Opioide stärker gefährdet.

Substanzabhängige erkranken nicht nur häufiger an COVID-19. Auch die Prognose war bei ihnen schlechter. COVID-19-Patienten mit Substanzabhängigkeit mussten zu 41,0 % im Krankenhaus behandelt werden gegenüber 30,1 % unter allen COVID-19-Patienten. Insgesamt 9,6 versus 6,6 % starben an COVID-19.

Deutlich gestiegene Zahl der Drogentoten 2019
15.04.2020

Aufgrund des Konsums illegaler Substanzen sind im vergangenen Jahr 1398 Menschen gestorben – das sind 122 Personen (9,6 Prozent) mehr als 2018.

Als häufigste Ursache kann hierfür die Überdosierungen von Opioiden wie Heroin und Morphin oder die Kombination mit anderen Substanzen genannt werden. Ebenfalls ist die Anzahl der Todesfälle nach dem Konsum von sogenannten Partydrogen gestiegen. Dazu gehören Kokain, Amphetamine und synthetische Drogen.

Die Drogenbeauftragte, Frau Ludwig (CSU) fordert deswegen eine flächendeckendere Struktur von Hilfsangeboten, um den Zugang zu Aufklärung, Beratung und Unterstützungssysteme für alle Menschen möglich zu machen. Frau Ludwig nennt in diesem Zusammenhang das Beispiel des Stoffes Naloxon. Dieser kann die Wirkung einer Überdosierung für einige Zeit aufheben und so kurzfristig Leben retten. Dieses Medikament gebe es seit zwei Jahren und das Wissen darüber sei noch nicht flächendeckend in der Szene angekommen.

Sie fordert ebenfalls, vor allem auch in der Corona- Krise die bestehenden Substitutions- und Hilfsangebote aufrechtzuerhalten.

Cannabidiol – Ein Wundermittel?
21.01.2020

Das Cannabidiol – kurz CBD – ist ein Cannabinoid der Cannabis-Pflanze. Im Gegensatz zu dem Tetrahydrocannabinol – kurz THC – wirkt das CBD nicht psychoaktiv, d.h. es wirkt weder berauschend noch birgt es Abhängigkeits- oder Missbrauchspotential.

Inzwischen ist ein weltweiter Hype um cannabidiolhaltige Produkte entstanden, etwa in Form von Ölen oder Samen, die als gesund, angesagt und bio gelten. Dem CBD würden zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften zugesprochen werden: So solle es gegen Schlafstörungen helfen, Krämpfe lindern, Ängste und (chronische) Schmerzen lösen. Auch wird diesem Cannabinoid nachgesagt, dass es bei Übergewicht und gegen Krebs helfen solle.

Tatsächlich allerdings sei die Heilwirkung des CBD bisher nur bei Epilepsie nachgewiesen – Für die anderen Anwendungsgebiete gäbe es bis dato nur Hinweise auf eine positive Wirkung, jedoch keine eindeutigen wissenschaftlichen Befunde zu Wirkungen, Nebenwirkungen und richtiger Dosierung. Darüber hinaus sei die CBD-Menge, die in den derzeit angebotenen Ölen und anderen Produkten enthalten sei, zu gering, um überhaupt einen Effekt entfalten zu können.

„In der Form, in der es momentan im Handel zu kaufen ist, stellt CBD vermutlich nicht mehr als ein teures Lifestyle-Produkt dar. Ganz bestimmt ist es kein Wundermittel und ersetzt weder den Gang zum Arzt noch eine medikamentöse Therapie bei schweren Erkrankungen“, schlussfolgert Anna Lorenzen in ihrem Artikel in der Zeitschrift SPEKTRUM PSYCHOLOGIE.

Computerspielsucht wird als Krankheit anerkannt
02.12.2019

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist davon überzeugt: Computerspiele können süchtig machen!

Ab dem 01. Januar 2022 soll das neue ICD-11 in Kraft treten, in welchem die Computerspielsucht („Gaming Disorder“) unter die Kategorie „Substanzgebundene und Verhaltenssüchte“ zugeordnet wird. Die ICD bedeutet zu Deutsch Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme und ist das weltweit gebräuchliche Klassifikationssystem für Krankheiten, Symptome und medizinische Diagnosen.

„Gaming Disorder“ wird laut dem ICD-11 unterschieden in eine Online-, eine Offline- und in eine nicht näher bestimmte Spielsucht. Definiert wird diese Störung als anhaltendes oder wiederkehrendes Spielverhalten von diversen Computerspielen. Drei Kriterien müssen in einem Zeitraum von 12 Monaten erfüllt sein:

  1. „Kontrollverlust über das Spielverhalten
  2. Wachsende Bedeutung des Spielens über andere Interessen und tägliche Aktivitäten hinaus
  3. Weiterspielen trotz negativer Konsequenzen“ für den Alltag und andere Lebensbereiche.

 

Die Computerspielsucht ist als Diagnose sehr umstritten und vor allem die Gaming-Industrie befürchtet, dass viel spielende Menschen plötzlich als therapiebedürftig und krank eingestuft werden. Doch Robert Jakob, der Gruppenleiter der Klassifikationen (ICD) bei der WHO, stellt dem entgegen, dass die Diagnose fachlich klar definiert sei und eine Problematik erst bestünde, wenn die o.g. Kriterien erfüllt seien. Des Weiteren fügt er hinzu: „Es gibt keinen Grund, solches pathologisches Spielen aus dem Katalog zu nehmen. Andererseits darf auch niemand, der einfach viel auf dem Computer oder Handy spielt, als krank bezeichnet werden.“