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Aktuelles
Computerspielstörung kann offiziell als süchtiges Verhalten diagnostiziert werden
13.05.2022

Spielen auf der Konsole, am PC oder Smartphone ist inzwischen fester Bestandteil im Alltag vieler Jugendlicher. Bei den Meisten handelt es sich dabei um ein harmloses Freizeitvergnügen, jedoch gibt es immer mehr junge Menschen, die ein süchtiges Verhalten entwickeln. Seit Anfang dieses Jahres gibt es die offizielle Diagnose Computerspielstörung (ugs. auch als Computerspielsucht oder Videospielsucht bekannt) nach ICD-11.

Computerspielen ermöglicht schnelle Erfolgserlebnisse, welche man im Alltag vielleicht nicht so schnell erreichen kann. Dadurch kommt es zu einer ‚Dauerstimulation des Belohnungssystems‘ an welches sich das Gehirn im Laufe der Zeit gewöhnt. Betroffenen fällt es dann schwer diese angenehmen Gefühle auch durch andere Freizeitbeschäftigungen zu erreichen und empfinden diese häufig als langweilig. Das Videospielen nimmt folglich einen immer größeren Stellenwert im Alltag ein und kann dann zu einer Sucht werden. Diese zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass man

  • die Dauer und die Häufigkeit des Spielens nicht mehr kontrollieren kann (Kontrollverlust)
  • andere Aktivitäten und Alltagspflichten vernachlässigt werden
  • negative Folgen bagatellisiert oder verleugnet werden und man trotz negativer Konsequenzen weiterspielt
  • und dass durch die Symptomatik ein signifikanter Leidensdruck entsteht.

Unterstützung und Beratung erhalten Betroffene bei Suchtberatungsstellen vor Ort oder Online. Auf www.ins-netz-gehen.de kann man einen Selbsttest machen, um sein eigenes Spielverhalten zu testen. Zudem wird dort ein spezielles Online Beratungsprogramm angeboten, dass junge Menschen dabei unterstützt ihren Medienkonsum wieder in den Griff zu kriegen.

 

Quellen:

Lindenberg, K. & Holtmann, M. (2022). Einzug der Computerspielstörung als Verhaltenssucht in die ICD-11. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 50(1), 1-7.

https://www.drugcom.de/news/vom-videospielen-zur-computerspielstoerung/

Warnmeldung des BKA zu THC-haltigen Lebensmitteln
10.02.2022

Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt vor Lebensmitteln, die mit natürlichem Cannabinoid Tetrahydrocannabinol (THC) angereichert sind. Dieses ist nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) als verkehrsfähiges, aber nicht verschreibungsfähiges Betäubungsmittel eingestuft. Derartige Produkte dürfen daher nicht verschrieben, verabreicht oder zum unmittelbaren Gebrauch überlassen werden. Beim Verzehr alltagsüblicher Mengen haben die genannten Lebensmittel berauschende Wirkung.
Insbesondere für Kinder bergen die hier bekannt gewordenen Produkte unkalkulierbare gesundheitliche Gefahren. Laut aktueller Meldungen aus Irland, den USA und Kanada kam es dort nach dem Konsum von solchen THC-haltigen Lebensmitteln bereits in mehreren Fällen zu derart schwerwiegenden Vergiftungen bei Kindern und Teenagern, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten.
Die THC-haltigen Lebensmittel werden über Online-Shops sowie in sozialen Netzwerken zum Kauf angeboten. Der Erwerb ist in Deutschland illegal. Zumeist handelt es sich um Süßigkeiten, Chips und Cornflakes, deren Verpackungen bekannten Markenprodukten nachempfunden sind. Kinder können diese dadurch leicht verwechseln und beim Konsum schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigungen erleiden.
Polizei- und Zolldienststellen haben dem BKA bisher 25 Sicherstellungen von THC-haltigen Fruchtgummis und anderen Lebensmitteln aus elf Bundesländern gemeldet.

Der gesamte Artikel ist nachzulesen unter:

https://mitgliederbereich.diakonie-wuerttemberg.de/fileadmin/Mitgliederbereich/Suchthilfen/1_Warnung_THC_haltige_Lebensmittel.pdf

Steigender Tabakkonsum als mögliche Pandemiefolge
01.02.2022

Nach jahrelangem Rückgang des Tabakkonsums in Deutschland steigt erstmalig der Anteil der rauchenden Bevölkerung. Nach der Langzeitstudie Debra (Deutsche Befragung zum Rauchverhalten), die im Ärzteblatt veröffentlicht wurde, ist der Anteil der Raucherinnen und Raucher von ca. 27 % im Jahr 2019 auf ca. 31 % im Jahr 2020 gestiegen. Der Suchtforscher und Leiter der Debra Daniel Kotz gehe davon aus, dass durch die veränderten Lebensumstände durch die Pandemie unteranderem einige ehemalige Raucher rückfällig geworden sind. Zwei weitere Phänomene seien schon vor der Corona-Pandemie in der Epidemiologie beobachtet worden. Zum einen gebe es eine rückläufige Motivation von Rauchenden mit dem Rauchen aufzuhören. Auf der anderen Seite gebe es bei vielen Jugendlichen den Trend mit dem Zigarettenrauchen nicht anzufangen. Dieser Trend ist unterstützenswert, da aktuell immer noch ca. 13% der Mortalität in Deutschland auf den Tabakkonsum zurückzuführen ist. Das umfasst ca. 125 000 Personen pro Jahr.

Kanadische Studie: Jugendliche konsumieren zur Bewältigung der Corona-Maßnahmen
04.01.2022

In einer kanadischen Studie wurden 7.000 Schülerinnen und Schüler zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Konsum von Cannabis, Alkohol, Tabak und E-Zigaretten befragt.  Insgesamt gaben 12 Prozent der Jugendlichen an, mindestens eine der genannten Substanzen wegen der Corona-Beschränkungen konsumiert zu haben. Am häufigsten wurde dabei mit 8 Prozent Alkohol genannt, gefolgt von E-Zigaretten (6 %) und Cannabis (4 %). Tabak wurde immerhin von einem Prozent als Bewältigungsstrategie angegeben. Dabei spielte auch die allgemeine psychische Gesundheit der Befragten eine wichtige Rolle. Mädchen mit depressiver Symptomatik nahmen mit höherer Wahrscheinlichkeit psychoaktive Substanzen zu sich, als psychisch gesunde Mädchen. Etwa die Hälfte der Jugendlichen gab außerdem an alleine konsumiert zu haben, was auf ein problematisches Konsummuster hinweist.

Hinweis: In Kanada gab es wie in Deutschland einen flächendeckenden Lockdown mit Schulschließungen.

Quelle: https://www.drugcom.de/news/substanzkonsum-zur-bewaeltigung-der-corona-pandemie/

Naloxon-Nasenspray kann bei Opioidüberdosis Leben retten
26.08.2021

Opioide wie Heroin sind nach wie vor Spitzenreiter für drogenbedingte Todesfälle. Opioide wirken betäubend auf das zentrale Nervensystem und damit auch auf die Atmung. Bei einer tödlichen Überdosis wird diese immer flacher bis hin zum Atemstillstand. Besonders gefährlich ist daher der Mischkonsum mit Substanzen, welche ebenfalls die Atmung beeinflussen, u.a. Alkohol und Benzodiazepine. Auch nach einer Phase der Abstinenz ist besondere Vorsicht geboten, da sich die Toleranz zurückentwickelt hat und die vorher übliche Dosis zu einer Überdosis werden kann. Häufig wird in solchen Fällen der Rettungsdienst gar nicht oder zu spät gerufen aus Angst vor Strafverfolgung, obwohl diese unter Schweigepflicht stehen.

Um in solchen Situationen schnell reagieren zu können, gibt es seit 2018 ein Naloxon-Nasenspray, das von medizinischen Laien verabreicht werden kann. Naloxon ist ein sogenannter Opioid-Antagonist. Er verdrängt die Opioide von den Rezeptoren im Gehirn und Körper und die Betroffenen können wieder atmen. Das Nasenspray können Konsumenten, sowie Angehörige ärztlich verschreiben lassen.
Aktuell werden im Rahmen eines Modellprojekts deutschlandweit Schulungen durchgeführt, um das lebensrettende Mittel in der Szene bekannt und verfügbar zu machen.

Auch unsere Beratungsstelle hat bereits an einer Schulung teilgenommen. Gerne können Sie sich bei Fragen diesbezüglich an uns wenden.