banner_mit_schrift
Aktuelles
Naloxon-Nasenspray kann bei Opioidüberdosis Leben retten
26.08.2021

Opioide wie Heroin sind nach wie vor Spitzenreiter für drogenbedingte Todesfälle. Opioide wirken betäubend auf das zentrale Nervensystem und damit auch auf die Atmung. Bei einer tödlichen Überdosis wird diese immer flacher bis hin zum Atemstillstand. Besonders gefährlich ist daher der Mischkonsum mit Substanzen, welche ebenfalls die Atmung beeinflussen, u.a. Alkohol und Benzodiazepine. Auch nach einer Phase der Abstinenz ist besondere Vorsicht geboten, da sich die Toleranz zurückentwickelt hat und die vorher übliche Dosis zu einer Überdosis werden kann. Häufig wird in solchen Fällen der Rettungsdienst gar nicht oder zu spät gerufen aus Angst vor Strafverfolgung, obwohl diese unter Schweigepflicht stehen.

Um in solchen Situationen schnell reagieren zu können, gibt es seit 2018 ein Naloxon-Nasenspray, das von medizinischen Laien verabreicht werden kann. Naloxon ist ein sogenannter Opioid-Antagonist. Er verdrängt die Opioide von den Rezeptoren im Gehirn und Körper und die Betroffenen können wieder atmen. Das Nasenspray können Konsumenten, sowie Angehörige ärztlich verschreiben lassen.
Aktuell werden im Rahmen eines Modellprojekts deutschlandweit Schulungen durchgeführt, um das lebensrettende Mittel in der Szene bekannt und verfügbar zu machen.

Auch unsere Beratungsstelle hat bereits an einer Schulung teilgenommen. Gerne können Sie sich bei Fragen diesbezüglich an uns wenden.

Cannabis weiter beliebteste illegale Droge in Deutschland
28.07.2021

Wie das deutsche Ärzteblatt in einer aktuellen Mitteilung schreibt, ist Cannabis nach wie vor die am meisten konsumierte und gehandelte Droge in Deutschland.

2020 wurden den Behörden 31961 Fälle von Handel mit Cannabis bekannt. Die meisen Delikte würden durch Kontrollen entdeckt. Allerdings sei das Dunkelfeld relativ hoch, wie der Präsident des Bundeskriminalamts Holger Münch, berichtet.

Insgesamt gab es 2020 um 1,7 % mehr Fälle von Handel mit illegalen Drogen als 2019.

 

21. Juli – Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende
19.07.2021

Zum Internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende gedenken die Beraterinnen und Berater der für den Bodenseekreis zuständigen Psychosozialen Behandlungs- und Beratungsstelle (PSB) der Diakonie mit Hauptsitz in Friedrichshafen der Menschen, die ihre Suchterkrankung nicht überlebt haben. Ein Schaufenster vor der Beratungsstelle widmet sich der Öffentlichkeit mit einem Thema, dessen Schicksale oft im Verborgenen stattfinden. Die Mitarbeitenden der Beratungsstelle möchten deutlich machen, dass diese Thematik ihren Platz in der Mitte unserer Gesellschaft hat. Nur mit einer entsprechenden Aufklärung und Akzeptanz für Sucht als Erkrankung haben Betroffene die Chance, sich frühzeitig mit ihrem Suchtmittelkonsum auseinanderzusetzen. Aufzeigen von Therapiemöglichkeiten, die Ermöglichung struktureller Rahmenbedingungen für eine überlebenswichtige und stabilisierende Substitution wie auch die Begleitung Angehöriger bilden dabei zentrale Bausteine in der Suchthilfe. Dass die Sucht eine tödliche Erkrankung sein kann, darauf weist der Gedenktag mit der Botschaft „Du fehlst!“ hin.

Die Gefahr von Cannabiskonsum wird bei Jugendlichen immer geringer eingeschätzt
01.07.2021

Im Juni wurde der Weltdrogenbericht 2021, des UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC),veröffentlicht. Im laufe der vergangenen Jahre ist bei Jugendlichen eine Abnahme der Risikowahrnehmung des Konsums von Cannabis zu beobachten. Ebenfalls sei der Konsum nach dem Weltdrogenbericht in vielen Ländern gestiegen. Im Jahr 2019 haben ca. 25 Millionen Menschen weltweit (7,8 %) Cannabis konsumiert. In Europa kann bei der Altersklasse zwischen 15 und 34 Jahren eine Häufung von 15 % beobachtet werden (18 Millionen Menschen). In der Beobachtung der vergangenen 10 Jahre, zeichnet sich ein wachsender Konsum ab. Nach der UNODC muss dieser Trend kritisch betrachtet werden, da der THC-Gehalt der Cannabispflanzen sich innerhalb der letzten 20 Jahre vervielfacht hat. In Europa habe er sich verdoppelt und in der USA vervierfacht. Der Inhaltstoff THC ist die psychoaktiv wirksame Komponente der Cannabispflanze und steht mit psychischen Erkrankungen im Zusammenhang. Allgemein konsumieren aktuell weltweit ca. 275 Millionen Menschen Drogen.

Quelle: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2021/06/29/jugendliche-halten-cannabis-fuer-immer-weniger-gefaehrlich

 

Aktionstag Substitution am 05.05.2021
03.05.2021

Substitution bedeutet Ersatz bzw. Ersetzung und ist der Name für eine Behandlungsform für Menschen mit einer Opioidabhängigkeit. Dabei bekommen Betroffene legal von ÄrztInnen einen Ersatzstoff wie beispielsweise Methadon, Polamidon oder Subutex verschrieben. Mit der Substitution sollen vor allem die Folgeerscheinungen der Abhängigkeit gemindert werden, um die Betroffenen gesundheitlich und sozial zu stabilisieren. Für Betroffene ist die Substitionsbehandlung eine Möglichkeit von einem Neuanfang, sie werden entkriminalisiert und es kann zum Beispiel ein Widereinstig in das Sozial- und Berufsleben bedeuten. Ebenfalls wird das Infektionsrisiko von HIV oder Hepatis reduziert und eine schrittweise Drogenentwöhnung ist möglich.

Die Initiative „100000 Substituierte bis 2022“, der Deutschen Aidshilfe, des JES- Bundesverbands sowie von Akzept mit Unterstützung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, hat für den 05.05.2021 den Aktionstag Substitution ins Leben gerufen. Kaum die Hälfte der 165.000 Opioidabhängigen in Deutschland erhält derzeit eine Substitutionsbehandlung. Die Initiative 100000 Substituierte bis 2022 möchte dazu beitragen, die rechtlichen und medizinischen Veränderungen der Substitutionsbehandlung bekannter zu machen, aber auch dringend erforderliche strukturelle Veränderungen in den Blick zu nehmen.