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Aktuelles
Internetsucht – Surfst du schon oder lebst du noch?
18.09.2019

Das Thema Sucht kennen wir vor allem im Zusammenhang mit Alkoholkonsum, Drogengebrauch und Glücksspielen. Durch das jeweilige Konsumverhalten wird das Glückshormon Dopamin im Gehirn ausgeschüttet, das motiviert und Wohlbefinden erzeugt. Das Gehirn lernt dadurch das Konsumverhalten als einfachsten Weg zu bevorzugen, um zeitweilig unangenehme Stimmungen, Einsamkeit und Probleme auszublenden. Wenn jedoch das Konsumverhalten selbst beginnt Probleme zu erzeugen, aber auch zugleich das wichtigste Verhalten ist um mit Problemen umzugehen, besteht bereits der Teufelskreis der Sucht.

Und genau da ist der Zusammenhang zu dem aktuellen Phänomen des suchthaften Internetkonsums gegeben – Es wurde nachgewiesen, dass bei bestimmten Internetanwendungen, wie beim Surfen in sozialen Netzwerken oder beim Online Spielen, ähnliche Vorgänge im Gehirn stattfinden. Von einer Internetsucht spricht man dann, wenn die ständige Internetnutzung außer Kontrolle gerät und Beeinträchtigungen im Alltag die Folge sind. Ebenso führt diese Sucht zu einer sozialen Isolierung und zieht bedeutsame Beziehungsverluste nach sich. Laut der Drogenaffinitätsstudien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA) stieg die Internetsucht der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen bedeutend an. Während im Jahre 2011 die Krankheitshäufigkeit bei ca. 3,1 % lag, verdoppelte sich diese beinahe im Jahr 2015 auf ca. 5,8 %. Durch die fortlaufende Digitalisierung in den letzten Jahren kann angenommen werden, dass die Internetsucht weiter zugenommen hat und weiter zunehmen wird. Unsere Welt wandelt sich, und wir Menschen und unsere Probleme mit ihr.

Ein kleiner Gedankenanstoß: Die exzessive Nutzung des Internets kann dazu führen, dass wir uns selbst im Hier & Jetzt abhandenkommen und der Wunsch verloren geht, von Angesicht zu Angesicht mit unseren Mitmenschen zu kommunizieren.

Geld für Games – wenn Computerspiel zum Glücksspiel wird, eine Studie der DAK-Gesundheit
16.07.2019

Rund drei Millionen Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren spielen laut dieser Studie in Deutschland regelmäßig Computerspiele wie Fortnite, FIFA oder Minecraft. Während bei den Jungen 90% angeben, regelmäßig zu spielen, sind es bei den befragten Mädchen nur die Hälfte. Bei 15,4 % der 1000 befragten Kindern und Jugendlichen zeigte sich ein riskantes Spielverhalten mit verstärkten Schulproblemen, Schulfehlzeiten, emotionalen und Verhaltensproblemen sowie Konzentrationsschwierigkeiten, motorische Unruhe oder vermehrt aggressivem Verhalten. Jeder vierte dieser Risiko-Gamer spielt am Wochenende fünf Stunden und mehr pro Tag, und je ausgeprägter das Spielverhalten ist, desto mehr Geld wird auch in die Spiele investiert. Immer häufiger beinhalten diese Spiele Glücksspielelemente, die das Risiko einer Suchtentstehung erhöhen. Beispielsweise bekommt man sogenannte Loot-Boxen – Überraschungskisten durch erfolgreiches Spiel oder gegen Geld. Deshalb fordert die DAK ein Verbot von Glücksspielelementen in Computerspielen sowie Warnhinweise für Spielzeiten und Ausgaben.

https://www.dak.de/dak/bundesthemen/computerspielsucht-2103398.html

Drug-Checking
02.05.2019

Wie die Frankfurter Rundschau in einem Artikel schreibt, möchte neben Berlin auch Hessen eine Genehmigung für das geplante Modellprojekt „integriertes Drug-Checking“. Beide Anträge wurden allerdings vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte abgelehnt.

Integriertes Drug-Checking richtet sich an Konsumenten chemisch hergestellter Drogen, wie z.B. Ecsatsy, LSD oder Amphetamin. Dabei wird analysiert, welche Inhaltsstoffe in der Pille oder dem Pulver enthalten sind. „Integriert“ bedeutet dabei, dass es neben der anonymen Analyse der Substanz immer auch ein Beratungsangebot gibt.

Erfahrungen anderer Länder haben gezeigt, dass ein solches Angebot die Konsumenten erreicht, die (noch) keinen problematischen Konsum aufweisen, da diese in der Regel gesundheitsbewusst seien und sich von dubiosen Inhaltsstoffen abschrecken ließen.

Martin Schmid von der Hochschule in Koblenz und zuständig für die wissenschaftliche Auswertung des Projekts möchte die Diskussion über das Drug-Checking gern „aus der Ideologieecke herausholen“. Er hat die Hoffnung dass die gewonnenen Fakten die Debatte versachlichen und  das Projekt über eine Bundesratinitiative doch noch genehmigt wird.

Rauchentwöhnungs-Hotline der BZgA wird stark in Anspruch genommen
25.02.2019

13 Telefonberater der BZgA berieten 2018 ca. 5.500 Anrufer im Monat. Dabei sei beinahe jeder dritte Anrufer jünger als 20 Jahre gewesen, teilte BZgA-Leiterin Heidrun Theiss mit. Nun soll auf Initiative der Bundesdrogenbeauftragten, Marlene Mortler (CSU) das Beratungsangebot in 2019 mit einer halben Million Euro weiter ausgebaut werden. „In Deutschland sterben jedes Jahr über 120.000 Menschen an den Folgen des Rauchens“, so Mortler.

https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/praevention/article/978890/hilfe-per-telefon-anti-rauch-hotline-stark-gefragt.html

Einmal ist nicht kein Mal – schon ein Joint könnte bei Jugendlichen die Gehirnentwicklung beeinflussen
25.02.2019

Wenn Jugendliche mit 14 Jahren oder jünger zum Cannabis greifen, so läßt das Ergebnis einer Studie vermuten, könnten bereits 1-2 Joints Veränderungen im Gehirn bewirken. Es wurden 46 Jugendliche befragt und mit MRT untersucht, die nach eigenen Aussagen nicht mehr als zwei Mal gekifft hatten. Die Vergleichsgruppe waren Jugendliche im selben Alter, die angaben, noch nie konsumiert zu haben. Das Forschungsteam unter der Leitung von Catherine Orr stellte dabei fest, dass bei den cannabiserfahrenen Jugendlichen das Volumen der grauen Substanz genau in den Hirnarrealen im Vergleich vergrößert war, die über viele Cannabisrezeptoren verfügen. Das Gehirn von Adoleszenten gleicht einer Baustelle, Nervenzellen werden verknüpft, Strukturen aufgebaut und nicht mehr benötigte Strukturen wieder abgebaut. Dieser Reifungsprozess des Gehirns scheint nun durch wenige Konsumerfahrungen bereits verändert, möglicherweise verlangsamt, sichtbar an dem größeren Volumen bestimmter Gehirnareale bei den konsumierenden Jugendlichen, die übrigens auch mit schlechteren Leistungen bei Tests, die logisches Denken erforderten, korrelierten.

https://www.drugcom.de/news/schon-ein-joint-koennte-gehirnentwicklung-beeinflussen/