HIV und Hepatitis

Hepatitis ist der generelle Ausdruck für Leberentzündungen (Hepar = Leber). Diese kann von einem Virus, durch übermäßigen Alkoholkonsum oder durch Nebenwirkungen bestimmter Medikamente ausgelöst werden.

Im Zusammenhang mit diesem Thema sind hier verschiedene Virustypen relevant, die Hepatitis verursachen können. Alle drei Haupttypen des Hepatitis-Virus, der A-, B- und auch der chronische C-Typ (früher als „non-A-non-B“ bezeichnet) sind weit verbreitet und führen häufig zu massiven gesundheitlichen Problemen.


Hepatitis A

Als Übertragungswege für Hepatitis A gelten fäkal-orale Kontakte, z.B.

Die Infektion dauert in der Regel 6 Wochen, die Symptome wie Müdigkeit und Fieber verschwinden von selbst wieder. Die Krankheitsdauer beträgt 4-6 Wochen. Meistens heilt die Hepatitis A vollständig aus. Nach der Genesung ist man gegen Hepatitis A immun.

Eine Schutzimpfung ist möglich!


Hepatitis B

Die Übertragungswege des Hepatitis-Virus B sind Blut- und sexuelle Kontakte, ähnlich wie bei HIV. Bei Blutkontakt ist die Ansteckungsgefahr ca. 100 mal höher als bei HIV.

Symptome sind Fieber, Müdigkeit, Übelkeit und Schmerzen im mittleren und rechten Bauchbereich. Die Symptome können jedoch sehr milde ausfallen, so dass der Erkrankte erst spät Kenntnis davon nimmt. In 20 % der Fälle heilt die Krankheit von selbst, wenn die Viren durch körpereigene Widerstandskräfte vernichtet werden.

Während Hepatitis A eine relativ ungefährliche Variante ist, kann Hepatitis B gefährliche Formen annehmen:

Ist die Krankheit nach 6 Monaten nicht geheilt, entsteht eine chronische Hepatitis, die das ganze Leben andauern kann.

Durch die andauernde Leberentzündung entstehen schwere Leberschäden, in einigen Fällen kommt es zur Vernarbung der Leber (Leberzirrhose) oder zu Leberkrebs. Ein Prozent der Infizierten stirbt an der Krankheit.

Eine Schutzimpfung ist möglich!


Hepatitis C

Hepatitis C gilt als die schwerste Form der Krankheit und zählt weltweit 500 Millionen Infizierte. Das Virus wird durch Blutkontakt übertragen, kann außerhalb des Körpers lange überleben und verfügt dabei über eine zehnmal höhere Ansteckungsgefahr als HIV. Der Virus kann auch während der Schwangerschaft auf das Kind übertragen werden. Das Übertragungsrisiko durch Geschlechtsverkehr ist zwar geringer als bei Hepatitis B, jedoch bleibt ein gewisses Risiko bestehen, da der Erreger auch in den Körpersekreten vorkommt.

Es werden jedoch auch noch unbekannte Übertragungswege vermutet: bei 30% der Hepatitis C-Infizierten bleibt der Übertragungsweg ungeklärt.

Virenträger können auch mit Blut in Kontakt geratene Gegenstände sein: Spritzen, Nadeln, Löffel, Filter – aber auch Gegenstände oder Körperteile, die mit diesen in Berührung waren: z.B. Feuerzeuge, Tischplatten oder Hände. Deshalb sind intravenös Drogenabhängige besonders betroffen – es wird davon ausgegangen, dass 80 % dieser Gruppe mit Hepatitis C infiziert sind.

Im Anfangsstadium kann Hepatitis C unbemerkt bleiben. Zwischen einer Infektion und ersten Symptomen liegen 20 Tage bis zu einem halben Jahr. Auftretende Symptome, wenn überhaupt vorhanden, sind Müdigkeit, Depression und Fieberanfälle. Zu ca. 90% verläuft die akute Infektion ohne deutlich ausgeprägte Beschwerden.

Nach 6 Monaten wird von einem chronischen Verlauf ausgegangen. Bei 50 bis 80% der Hepatitis C-Infektionen verläuft die Infektion chronisch und kann zur Entwicklung einer Leberzirrhose führen.

Man kann Hepatitis C (wie auch die chronische B-Variante) mit dem Wirkstoff Alpha-Interferon behandeln.

Kondome schützen vor Hepatitis C. Für Personen, die intravenös konsumieren: Das Spritzbesteck nicht mit anderen tauschen! Das Auskochen der Filter tötet die Hepatitis- Viren nicht ab! Keine Impfung möglich!

WECHSELWIRKUNGEN HIV UND HEPATITIS

Zwischen HIV und Hepatitis kommt es zu Wechselwirkungen:


HIV

Was ist HIV / AIDS ?

Die Ursache einer AIDS-Erkrankung (Acquired Immune Deficieniency Syndrome = erworbener Immundefekt) ist die Infektion mit dem HIV-Virus (Human Immune Deficiency Virus). Dieser Virus benutzt menschliche Abwehrzellen, die T4-Helferzellen, als „Wirt“ (=Brutstätte) für seine eigene Vermehrung und lässt diese dabei absterben. Dies führt zur Schwächung bis hin zum Totalausfall des Immunsystems.

AIDS ist nach wie vor eine sehr bedrohliche, unheilbare und meist tödlich verlaufende Krankheit.

Wie kommt es zu einer HIV-Infektion ?

HIV/AIDS kann über den direkten Blutkontakt übertragen werden. Hierzu zählt in unserem Zusammenhang der intravenöse Drogenkonsum und das sogenannte „Needle sharing“, das gemeinsame Verwenden von Spritzbesteck.

Sexuelle Übertragung

Schon mal einen AIDS-Test gemacht? Wie lange ist es her? Mit wievielen Personen hast du seitdem ungeschützten Verkehr gehabt ? Wieviele verschiedene Sexualpartner hatten diese Personen vor Dir?

Bei Verdacht bzw. Unsicherheit sollte ein Antikörpertest gemacht werden. Dies kann über den Hausarzt oder das Gesundheitsamt erfolgen.

Am häufigsten wird HIV auf dem sexuellen Weg übertragen. Blut (auch Menstruationsblut) und Sperma enthält das Virus in sehr hoher Konzentration. Ebenso lässt sich das Virus in der Scheidenflüssigkeit und in der Muttermilch nachweisen. Da die Darmschleimhaut sehr empfindlich ist und den HIV-Virus direkt aufnehmen kann, stellt der Analverkehr ohne Kondom in dieser Hinsicht eine der riskantesten Sex-Praktiken dar. Am besten schützt man sich vor HIV durch das Verwenden von Kondomen. Jeder sollte über seinen Sexual-Partner Bescheid wissen und im Zweifelsfall einen Test verlangen.

Wie verläuft eine HIV-Infektion ?

Die Krankheitsentwicklung einer HIV-Infektion läßt sich in verschiedene Phasen einteilen.

Phase 1: akute HIV-Infektion

Einige Tage bis Wochen nach der Übertragung des HIV-Virus kommt es zu Lymphknotenschwellungen und grippeähnlichen Symptomen. Der Körper produziert Antiviren. Für viele Infizierte vergeht diese Phase unbemerkt.

Phase 2: Latenzphase

Diese symptomfreie Phase kann über mehrere Jahre andauern.

Phase 3: LAS-Phase

Mit zunehmender Dauer und allmählichem Abbau der Abwehrzellen kommt es zunächst zu leichteren Infektionen und dann zum Lymphadenopathie-Syndrom (LAS), welches nach den symptomatischen Lymphknotenschwellungen in der Phase benannt wurde. Folgende Symptome sind zu beobachten:

Phase 4: AIDS

AIDS liegt vor, wenn bei einem Menschen die immunologische Abwehrfähigkeit nahezu zusammengebrochen ist und das Fehlen von Abwehrzellen (T4-Lymphozyten) z.B. schwere opportunistische Infektionen hevorgerufen hat:

Hilfe bei einer HIV-Infektion

bisher gibt es keine Schutzimpfung und keine Heilungsmöglichkeiten. Jedoch können verschiedene Kombinationstherapien den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

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