Kokain

Kokain-Strauch
Kokain-Pulver
Synonyme:

Koks, Koka, Schnee, Puder, Coke, Kola, Weisses

Wirkstoff:
Methyl-Benzoyl-Ecgonin

Substanz

Kokain wird aus den Blättern der Koka-Pflanze gewonnen. Der Hauptwirkstoff ist das Esteralkaloid Kokain. Über einen chemischen Prozess wird dieses aus seiner pflanzlichen Basis herausgelöst und in Kokain-Hydrochlorid umgewandelt. Dabei entsteht das „Rock-Kokain“ (gelb-bräunlich, grobkörnig) oder in einem weiteren Schritt „Schnee“ (weiße bis gelbliche, geruchlose Kristalle), was die übliche Handelsform des Kokains mit einem Wirkstoffanteil bis zu 90 % ausmacht. Weißes Kokain wurde unter Sonnenlicht, gelbliches unter starken Lampen getrocknet. Wenn man reines Kokain zwischen den Fingerspitzen zerreibt, zerschmilzt es durch die Körperwärme zu einer leicht öligen Substanz.

Zur Steigerung der Gewinnspannen der am Handel beteiligten Gruppen sinkt die Konzentration, von ursprünglich bis zu 90 %, durch das Strecken des Stoffes jedoch auf bis zu 20 %.

Der Konsum von Kokain reicht bis zu den Inkas zurück, wahrscheinlich noch weiter. Zu rituellen Zwecken haben die Inkas die Coca-Blätter entweder gekaut oder wie Weihrauch verbrannt. Wenn man die Blätter kaut, wird deutlich weniger Kokain aufgenommen. Die Bezeichnung „Kokain“ gibt es erst seit die Wirksubstanz in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts chemisch isoliert werden konnte.

Konsumformen:
Kokain wird meist gesnieft und dadurch über die Schleimhäute der Nase aufgenommen. Eine weniger angewandte Konsumform ist die der intravenösen Injektion. Gelegentlich wird Kokain mit Heroin vermischt (Speedball). Die rauchbare Form von Kokain ist Crack bzw. Freebase.


Wirkung

Kokain hat eine aufputschende Wirkung. Bereits in kleinen Dosen wirkt Kokain ausgesprochen stark.

Die gängigste Konsumform des Kokains ist das Schnupfen. Es kann aber auch gespritzt oder gegessen werden. Nach bestimmten chemischen Veränderungen ist es auch rauchbar. Beim Konsum über die Nasenschleimhaut tritt die Wirkung schnell ein (nach ca. 3 Minuten) und hält etwa 15 bis 60 Minuten an. Beim intravenösen Spritzen wird das Gehirn schlagartig überflutet mit stimulierenden Substanzen und die Wirkung setzt sehr schnell und vehement ein. Die Wirkung klingt dafür aber auch sehr schnell wieder ab (nach ca. 10 Minuten). Die Wirkungen sind:

Das Gefährliche an Kokain ist, dass der Körper insgesamt auf eine höhere Leistungsfähigkeit eingestellt wird, ihm aber durch das Kokain gar keine Energie zugeführt wird. Es werden vielmehr alle seine Kraftreserven verbraucht. Nachdem der Rausch abgeklungen ist, entsteht meist das Gegenteil der anfänglichen Wirkung: Depression, Erschöpfung und innere Leere machen sich breit, was wiederum das Verlangen nach einem erneuten Konsum erhöht und somit den Weg in die Abhängigkeit fördert.


Sucht und Abhängigkeit

Kokain kann sehr schnell und stark psychisch abhängig machen. Nach dem ersten Hoch folgt eine depressive Stimmung. Erneuter Kokainkonsum, um die Stimmung wieder zu heben, ist die Folge, aber das nächste Tief kommt bestimmt. Leicht gerät man in einen Strudel von Auf und Ab.

Das Spritzen und Rauchen von Kokain gilt als besonders riskant, da die Gefahr erneuten Konsums und damit auch die Abhängigkeitsgefahr vergleichsweise hoch ist. Der Konsum kann so zwanghaft werden, dass er unweigerlich in die Abhängigkeit führt. Die Dosis muss nach und nach erhöht werden, damit die Wirkung dieselbe bleibt.


Risiken und Safer use

Einen ungefährlichen Konsum von Kokain gibt es nicht. Jeder der Kokain konsumiert geht Risiken ein. Kokain führt dem Körper keine Energie zu, sondern verbraucht seine Energiereserven. Somit nehmen insbesondere bei höheren Dosen und zunehmender Häufigkeit die Risiken zu.

Risiken bei akutem Konsum können sein:

Risiken bei chronischem Konsum können sein:

Folgende Infos richten sich ausschließlich an Konsumenten und sind nicht als Konsumaufforderung zu verstehen ! Wer trotz der bekannten Risiken konsumiert, sollte wenigstens folgende Hinweise beachten:

Wer Kokain konsumiert, riskiert sehr schnell süchtig zu werden und setzt bewusst seine Gesundheit aufs Spiel. Wer dennoch konsumieren will, sollte zur Vermeidung weiterer Gesundheitsschäden wenigstens folgendes beachten:


Recht

Die Anwendung als Rauschmittel, sowie der Erwerb, Besitz und Handel von Kokain sind nach Anl. III Teil A BtMG (Betäubungsmittelgesetz) strikt verboten und können mit Freiheitsentzug geahndet werden. Besitz und Konsum von Kokain haben in der Regel den Entzug des Führerscheins zur Folge.

Kokain ist im Urin ca. 2 bis 4 Tage, im Blut etwa 6 Stunden nachweisbar. Je nach Haarlänge kann jeglicher Drogenkonsum bis zu 6 Monate nachgewiesen werden (1 cm entspricht 1 Monat). Kokain gehört zu den am häufigsten überprüften Substanzen und ist in vielen Schnelltests vertreten.

Zu beachten ist ferner der erschwerende Fall „der nicht unerheblichen Menge“ für Besitz und Handel sowie die Abgabe an Personen unter 18 Jahren (wenn der Täter über 21 Jahre alt ist), was mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr geahndet wird.