GHB/GBL („Liquid XTC“)

GHB-Fläschchen
Synonyme:

"GHB", "Liquid X", "Gamma", "Somsanit©"

Wirkstoff:
Gamma-Hydroxybutyrat, Chemisch verwandte Substanzen: GBL (Gamma-Butyrolacton) BDO (Butandiol, Tetramethylenglycol, Gamma-Hydoxybutanol)

Substanz

GHB (Gamma-Hydroxybuttersäure) wurde 1961 entdeckt. Zunächst wurde es als mögliches Antidepressivum untersucht, jedoch wegen unerwünschter Nebenwirkungen als Medikament abgelehnt. Gegenwärtig besteht in Deutschland eine einzige pharmazeutische Zulassung als verschreibungspflichtiges Narkosemittel unter dem Namen Somsanit©.

Die Bezeichnungen liquid e, oder liquid XTC wurden wahrscheinlich benutzt um die Popularitätswelle von Ecstasy auszunutzen. Diese Bezeichnungen sind irreführend, da die Wirkung von GHB keine Ähnlichkeit mit Ecstasy/MDMA, sondern eher mit Alkohol und Beruhigungsmitteln hat. GHB wird bzw. wurde angeblich auch als illegales Dopingmittel im Sport, insbesondere in der Bodybuilding-Szene benutzt, da es Wachstumshormone stimulieren und den Fettstoffwechsel fördern soll.

GBL (Gamma-Butyrolacton) und BDO (1,4-Butandiol) sind GHB-Vorläufersubstanzen. Beide Stoffe werden in der Industrie als Weichmacher bzw. Lösungsmittel eingesetzt und metabolisieren im Körper zu GHB. Diese Substanzen sind stärker als GHB und müssen daher deutlich geringer dosiert werden.

„Vergewaltigungsdroge“ GHB

GHB ist auch im Zusammenhang mit sexuellen Übergriffen oder Vergewaltigungen bekannt, bei denen Frauen die Substanz unbemerkt ins Getränk gemischt und sie dadurch bewusst- und hilflos gemacht wurden. Es ist schwierig nachzuweisen, wie häufig dies geschieht, da bedingt durch den Gedächtnisverlust und die geringe Nachweisbarkeit von GHB wahrscheinlich weniger Delikte zur Anzeige kommen.

Um zu vermeiden, dass ungewollt GHB (oder anderes) kosumiert wird, sollten Frauen (und Männer) auf Partys oder in Clubs ihre Getränke immer bei sich behalten, nicht aus fremden Gläsern/Flaschen trinken und darauf achten, was eingeschenkt wird. In Verdachtsfällen sollte schnellstmöglich die Polizei aufgesucht werden und Blut/Urintests gemacht werden, da GHB nur über einen sehr kurzen Zeitraum nachweisbar ist.

 

Konsumformen:
In der Szene wird GHB in kleinen Fläschchen oder Ampullen gehandelt. Es ist geruch- und meistens farblos (kann jedoch eingefärbt sein), es wird oral eingenommen und schmeckt in der Regel salzig. Schlecht hergestelltes GHB schmeckt zudem seifig. In Pulverform kann es auch als Tablette oder Kapsel eingenommen werden. Der intranasale oder intravenöse Gebrauch ist nicht üblich.


Wirkung

GHB ist dem körpereigenen „Glückshormon“ Dopamin sehr ähnlich. Wie so oft entscheidet auch beim GHB-Konsum die eingenommene Dosis über die Dauer und Intensität des Rausches. In geringeren Dosen wirkt es euphorisierend und berauschend, in höheren Dosen narkotisierend. Eine genaue Dosierung für eine bestimmte Wirkung ist schwierig zu bestimmen. Die Wirkung nach oraler Einnahme setzt nach ca. 10-30 Min. ein und dauert etwa 2 – 4 Stunden, in seltenen Einzelfällen noch länger. GBL ist wesentlich potenter als GHB und muss deutlich niedriger dosiert werden!

Die Auswirkungen auf Körper und Psyche reichen von alkoholähnlichen Symptomen über Entspannung, sexuelle Anregung, Antriebssteigerung bis hin zu komatösen Zuständen verbunden mit Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen und Atembeschwerden.

Bereits bei leichten Überdosierungen kann eine schlagartige Sedierung eintreten, die zu Bewusstlosigkeit führen kann. Wenn die Rauschwirkung abklingt, hinterlässt sie meist eine leichte Müdigkeit. Bei Überdosierungen wirkt GHB hemmend auf die Herzaktivität und das Atemzentrum.

Wechselwirkungen: GHB kann die Wirkung anderer Suchtmittel verstärken, besonders gefährlich ist der Mischkonsum mit Alkohol und Opiaten.


Sucht und Abhängigkeit

GHB kann eine psychische und körperliche Abhängigkeit verursachen. Obwohl dies anfänglich umstritten war, berichten GHB-Langzeitkonsumenten zunehmend von schweren Entzugssymptomen.

Anzeichen für eine psychische Abhängigkeit sind:


Risiken und Safer use

Eines der größten Risiken beim GHB-Konsum ist die Wechselwirkung mit anderen legalen und/oder illegalen Drogen. So wird die Wirkung von Alkohol, Opiaten oder Benzodiazepinen in Kombination mit GHB so verstärkt, dass unter Umständen eine Atmungsverminderung einsetzt, die zum Tod führen kann.

Weitere Risiken:

Über Risiken beim Langzeitgebrauch von GHB gibt es noch keine sicheren Erkenntnisse, fest steht allerdings, dass die entsprechenden Gefahren mit der Häufigkeit und dem Umfang des Konsums steigen.

Der Reinheitsgrad der Substanz, sowie ihre Konzentration für den Konsumenten sind nicht ohne W?eiteres einzuschätzen. Es besteht ein hohes Risiko einer akuten Vergiftung durch GHB.

Folgen einer Überdosierung können sein: Krämpfe, komatöse Zustände, starke Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen, Atembeschwerden, Muskelverspannungen und motorische Probleme.

Zu Todesfällen kann es durch eine erhebliche Überdosierung oder Wirkungsverstärkung durch Einnahme weiterer Mittel (z.B. Opiate) kommen.

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte jeglicher Konsum von Drogen konsequent vermieden werden, da er das Ungeborene schwer schädigt!

Folgende Infos richten sich ausschließlich an Konsumenten und sind nicht als Konsumaufforderung zu verstehen! Wer trotz der bekannten Risiken konsumiert, sollte wenigstens folgende Hinweise beachten:


Recht

Seit dem 01. März 2002 fällt GHB unter die betäubungsmittelrechtlichen Bestimmungen in Deutschland und ist somit illegal. Eine Strafbarkeit ergab sich schon früher aus dem Arzneimittelgesetz.

In Bezug auf Führerschein gilt: Auto fahren unter Einfluss illegaler Drogen ist grundsätzlich verboten und zieht verkehrsrechtliche Konsequenzen nach sich.

Nachweisbarkeit:
GHB kann im Urin bis 12 Stunden, im Blut bis zu 6 Stunden nach Konsum nachgewiesen werden.