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Benzodiazepine
 

 

Depressionen

Manische Depression

Schizophrenie

Drogeninduzierte Psychose

Cannabis und Psychosen

 

 

 

 
 

Pille-Palle Themen

 

In dieser Spalte findet ihr Beiträge rund um das Thema Drogenkonsum

Führerschein

Über die gängige Praxis des Führerscheinentzugs aufgrund Drogenkonsum. Alles zum Thema Führerscheinentzug, Ärztliches Gutachten, MPU, etc. Mit Schaubild.

 

Über Symptome und Faktoren psychischer und körperlicher Abhängigkeit, Kontrollverlust und Hilfemöglichkeiten.

 

Die Aufmachung als jugendliches Partygetränk hat Alcopops zu einem Verkaufsschlager gemacht. Die Zahl der Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen ist angestiegen...

 

Konsummuster

Die Frage nach dem Konsummuster ist der Blick auf die Art und Häufigkeit des Drogenkonsums. Wie lassen sich weiche und harte Konsummuster unterscheiden ?

 

Mischkonsum

Die gleichzeitige Einnehmen verschiedener Drogen bedeutet immer ein zusätzliches Risiko und ist in der Wirkung schwer einzuschätzen.

 

Sucht und Psychose

Hängengeblieben? Ein nicht unerheblicher Teil der psychischen Erkrankungen sind auf Drogenkonsum (v.a. Cannabis, Ecstasy, Kokain und Halluzinogene) zurückzuführen.

 

XTC=MDMA ? In untersuchten XTC-Pillen können immer eine Vielzahl unterschiedlicher Streckstoffe nachgewiesen werden...

 

Symptome und Hilfemöglichkeiten bei Drogennotfällen. Was tun bei Überhitzung, Horrortrip, Atemstillstand, Krampfanfall, etc...

 

Studien beweisen: Ecstasy-Konsum führt zu Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und irreparablen Gehirnschäden...

 

Unter einem Amotivationalen Syndrom versteht man eine nach regelmäßigem Cannabiskonsum auftretende Antriebsstörung...

 

HIV und Hepatitis sind vor allem unter i.v.-konsumierenden Drogenabhängigen sehr verbreitet...

 

Auch wenn es für die meisten selbstverständlich ist. Die intravenöse Injektion von Drogen stellt eine unverantwortlich riskante Konsumform dar.

 
 
 

Psychosen und Suchtkrankheiten treten häufig gemeinsam auf. Eine Statistik besagt, dass in Deutschland bis zu einem Drittel aller an Schizophrenie Erkrankten auch alkoholkrank ist. Daneben ist bei einem Teil dieser betroffenen Personen die Erkrankung auf Drogenkonsum (v.a. Cannabis, Ecstasy, Kokain und Halluzinogene) zurückzuführen.

Psychosen sind schwere geistige Störungen, die betroffene Personen in ihrer Realitätswahrnehmung, wie auch in ihrem Denken und Erleben beeinträchtigen.

 
 
 

Zusätzlich zu einer traurigen und/oder reizbaren Stimmung treten Symptome auf wie

  • die Veränderung des Appetits,
  • der Schlafgewohnheiten (z.B. Einschlafstörungen, nächtliches Erwachen oder übermäßiger Schlaf)
  • Interessenverlust
  • Erschöpfungszustände
  • Schuldgefühle und Selbstvorwürfe
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Gefühle von Hoffnungslosigkeit bis hin zu Suizidgedanken.
 
 
 

Bezeichnend hierfür ist ein häufiger Wechsel zwischen manischen (krankhaft heiter) und depressiven (schwermütigen) Gemütszuständen. Die Dauer der euphorischen und der depressiven Gemütslagen des Betroffenen kann variieren. Meist halten die depressiven Phasen jedoch länger an.

Charakteristische Merkmale der depressiven Phasen sind:

  • Rückzug
  • innere Leere und Erschöpfung

Dagegen sind die Merkmale der manischen Phasen:

  • Überaktivität
  • extreme Redseligkeit
  • Unbekümmertheit
  • Vernachlässigung sozialer Normen oder subjektive Wahrnehmung eigener Größe und Macht
 
 
 

Die Schizophrenie ist die am häufigsten auftretende Psychose im Zusammenhang mit Suchtmittelkonsum. Die allgemein gängige Bezeichnung der "Persönlichkeitsspaltung" ist irreführend. Weitaus eher trifft zu, dass es sich bei der Schizophrenie um eine Gruppe psychotischer Erkrankungen handelt.

Hierin wird unterschieden zwischen einer

  • zeitlich begrenzten Schizophrenie,

die abhängig von Droge und Konsumverhalten ist und über Tage bis hin zu mehreren Wochen andauern kann und der

die episodisch mit dazwischenliegenden Ruhephasen verläuft, die unterschiedlich lange dauern können. Diese Art der Schizophrenie kann chronisch verlaufen, was bedeutet, dass die Krankheit episodisch mit symptomfreien Intervallen auftreten oder zu bleibenden Einschränkungen des Denkens, Fühlens oder der Handlungsfähigkeit der Betroffenen führen kann.

 
 
 
  • Auftreten akuter psychotischer Symptomatik nach Einnahme von Halluzinogenen, Kokain oder Cannabis
  • abnorm verlängerte Rauschzustände
  • nach drogenfreiem Intervall wiederkehrende psychotische Episoden (Flashback)
  • Psychosen mit schizophrener oder schizophrenieähnlicher Symptomatik nach Halluzinogenkonsum

Es gibt drei verschiedene Ursachentypen schizophrener Psychosen in Zusammenhang mit Drogenkonsum:

1. Drogen als wesentliche Ursache (neurotoxisch)

2. Drogen als Auslöser einer Schizophrenie bei entsprechend veranlagten Personen

3. Unabhängig vom Drogenkonsum sich manifestierende Schizophrenie

Um auszuschließen, dass es sich nicht um eine substanzinduzierte psychotische Störung handelt, können folgende Hinweise hilfreich sein:

  • Auftreten der Symptomatik vor dem Beginn der Substanzeinnahme, nicht substanzinduzierte psychotische Episoden in der Vorgeschichte

  • Auftreten der Symptomatik über eine beträchtliche Zeitspanne nach Beendigung des akuten Entzugs.

Symptome schizophrener Psychosen:

  • Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung, Gedankenentzug

  • Kontrollwahn, Beeinflussungswahn, gestörte Wahrnehmung von Körperbewegungen oder Gedanken, Tätigkeiten oder Empfindungen, Wahnwahrnehmung

  • Kommentierende Stimmen, die über den Betroffenen oder sein Verhalten sprechen, über ihn sprechen oder aus verschiedenen Körperteilen zu kommen scheinen

  • Anhaltender, kulturell unangemessener oder völlig unrealistischer (bizzarer) Wahn, wie der, eine religiöse oder politische Persönlichkeit zu sein, übermenschliche Kräfte oder Fähigkeiten zu besitzen (z.B. im Kontakt mit Außerirdischen zu sein)

  • Anhaltender Wahn jeder Sinnesmodalität (Bestimmung des Denkens)

  • Erfindungsideen, Gedankenabrisse oder Einschiebung, Zerfahrenheit, Danebenreden

  • Katatone (krampfhafte) Symptome wie Erregung mit zusätzlichen Wahnvorstellungen, Trotzverhalten, Mutismus (psychisch bedingte Stummheit), Stupor

  • Apathie, Sprachverarmung, verflachter oder unangemessener Affekt, wobei sicher sein muss, dass diese Phänomene weder durch eine Depression noch medikamentös bedingt sind

 
 
 

Cannabis steht im Verdacht, sowohl das Auftreten einer Schizophrenie bei dementsprechend veranlagten Personen zu beschleunigen, als auch den Verlauf einer psychotischen Erkrankung ungünstig zu beeinflussen. Es wird davon ausgegangen, dass eine schizophrene Erkrankung bei einer dementsprechend veranlagten Person erst dann ausbricht, wenn sie durch einen sogenannten Stressor ausgelöst wird. Ein solcher Stressor kann Cannabis sein. In der Medizin werden verschiedene drogeninduzierte Wirkmechanismen für Psychosen verantwortlich gemacht:

  • sie können eine toxische oder funktionelle Psychose verursachen, die nach Absetzen der Droge verschwindet
  • chronischer Cannabiskonsum kann eine chronisch organische Psychose verursachen, die nach Absetzen der Droge bestehen bleibt
  • Cannabis kann bei entsprechend veranlagten Personen eine Psychose (vor allem eine schizophrene Psychose) auslösen, die auch nach Abstinenz bestehen bleibt
  • Cannabis kann bei einer vorliegenden schizophrenen Psychose Rezidive auslösen und den Krankheitsverlauf ungünstig beeinflussen
 
     
 

 

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