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Thema: Verdammter Feigling - geschrieben am: 18.07.10 19:57 Uhr - ID: 6733
 Tilidura

| Hallo zusammen!
Ist wohl eine verzweiflungstat hier rein zu schreiben. Brauche wohl ein kleines Ventil... Ich bin Tilidin und Diazepam abhängig! Täglich nehme ich ca. 70ml Tilidin (glauben mir selbst die Ärzte zum Teil nicht) und zwischen 2-4 Diazepam a 10mg. Ich habe zwei Jahre gebraucht, um alles, was ich mir aufgebaut habe, zunichte zu machen. Ich bin (noch) verheiratet mit einer super Frau, habe zwei göttliche Kinder. Hatte einen Job, neue Perspektiven. Bis ich eine Affäre auf der "neuen" Arbeit begann. Nun habe ich kein Haus mehr, dutzende Menschen denen ich das Herz rausgerissen habe, eine "Freundin" die null Vertauen zu mir hat, Schulden ohne Ende, und für Montag einen Termin in einer Entzugsklinik in der Stadt. Die Entgiftung soll nur das Tilidin wegmachen. Wir haben uns für "Schritt für Schritt" entschieden. Problem: Ich habe solche Angst in die Klinik zu gehen, so das ich es kaum beschreiben kann. Und ich muß auch noch selbst jeden Tag anrufen um zu fragen ob ein Platz frei geworden ist, da mein letzter Termin ausgefallen ist. Warum habe ich solche Angst? Was ist los mit mir? Weshalb habe ich mich von meiner Freundin getrennt um zu meiner Familie zurück zu kehren um nach 10 Tagen alles wieder Rückgängig zu machen? Und das zum 2.mal! Wieso kann ich nicht zu dem stehen was ich will? Weshalb bin ich so ein "Ja Sager" geworden? Ich nehme das Tilidin mittlerweile ziemlich genau mein halbes Leben lang. Mit 15 hab ich angefangen. 7x habe ich in drei verschiedenen Einrichtungen versucht, alles wieder in Ordnung zu bringen. Dabei habe ich u.a. festgestellt, ich kann einfach beim besten Willen kein Urin abgeben, wenn jemand neben mir steht. Nur glaubt es mir niemand. Meine Kinder sind der Grund, weshalb ich noch am Kämpfen bin. Aber ich kann nicht mehr. Wie soll ich mich morgen früh dazu bekommen, in der Klinik anzurufen? Ich weiß, das ist rumjammern, aber ich habe einfach solche Angst. Nicht mal so sehr vor dem Entzug. Das schaffe ich schon. Zumindest bei den Tilidin. Das Diazepam ist eine andere Welt und noch nicht an der Reihe. Leute, ich kann nicht mehr. Am Ende. Nichts geht mehr. Habe mir für heute Abend frei gemacht. Niemand ist hier. Wenn ich es irgendwie schaffe dort anzurufen und eine zusage bekomme, werde ich mit Bus fahren. Auf eigenen Wunsch. Meine Schwester ist aus selbstschutz komplett auf Abstand gegangen. Ich liebe meine Frau immer noch wie verrückt. Meine Freundin hat das ebenso wenig wie meine Frau verdient. Hab ich vielleicht Persönlichkeitsstörungen??? Oder Psychosen? Ich kenn mich da nicht so aus. Wie dem auch sei. Morgen früh muß ich da anrufen. Und ich weiß einfach nicht wie ich das schaffen soll. Und was mache ich mit meinem inzwischen völlig aus der Bahn geratenen Leben? Selbstmord wäre sicher das einfachste. Aber ich kann nicht. Noch nicht.
Danke fürs zuhören. Wollt nur mal mit meinem PC sprechen;-) Weil die Freunde von damals sind alle verschwunden. Warum nur???
Liebe Grüße aus Schleswig Holstein
PL
| | | RE: Verdammter Feigling - geschrieben am: 19.07.10 11:33 Uhr - ID: 6734
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 k

| Hi Tilidura,
ich verstehe Dich sehr gut. Alle haben Angst vor einem Entzug. Dein Leben ist so sehr auf diese Substanzen ausgerichtet, dass Dir ein Leben ohne vielleicht mächtig Angst macht. Körperlich bin ich sicher, dass du das gut schaffst. Du brauchst aber gute Leute um Dich (auch Fachleute), die dir helfen, die Sucht in deinem Kopf zu verstehen und zu bekämpfen.
Alles Gute und bleib unbedingt dran!!!
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