Kommentar
 
 

 
 
Alcopops
 

 

Was sind Alcopops ?

Alkoholanteil

Weitere Inhaltsstoffe

Der besondere Reiz?

Risiken und Sucht

Recht

Entwicklungen und Trends

 

 

 
 

Pille-Palle Themen

 

In dieser Spalte findet ihr Beiträge rund um das Thema Drogenkonsum

Führerschein

Über die gängige Praxis des Führerscheinentzugs aufgrund Drogenkonsum. Alles zum Thema Führerscheinentzug, Ärztliches Gutachten, MPU, etc. Mit Schaubild.

 

Über Symptome und Faktoren psychischer und körperlicher Abhängigkeit, Kontrollverlust und Hilfemöglichkeiten.

 

Die Aufmachung als jugendliches Partygetränk hat Alcopops zu einem Verkaufsschlager gemacht. Die Zahl der Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen ist angestiegen...

 

Konsummuster

Die Frage nach dem Konsummuster ist der Blick auf die Art und Häufigkeit des Drogenkonsums. Wie lassen sich weiche und harte Konsummuster unterscheiden ?

 

Mischkonsum

Die gleichzeitige Einnehmen verschiedener Drogen bedeutet immer ein zusätzliches Risiko und ist in der Wirkung schwer einzuschätzen.

 

Sucht und Psychose

Hängengeblieben? Ein nicht unerheblicher Teil der psychischen Erkrankungen sind auf Drogenkonsum (v.a. Cannabis, Ecstasy, Kokain und Halluzinogene) zurückzuführen.

 

XTC=MDMA ? In untersuchten XTC-Pillen können immer eine Vielzahl unterschiedlicher Streckstoffe nachgewiesen werden...

 

Symptome und Hilfemöglichkeiten bei Drogennotfällen. Was tun bei Überhitzung, Horrortrip, Atemstillstand, Krampfanfall, etc...

 

Studien beweisen: Ecstasy-Konsum führt zu Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und irreparablen Gehirnschäden...

 

Unter einem Amotivationalen Syndrom versteht man eine nach regelmäßigem Cannabiskonsum auftretende Antriebsstörung...

 

HIV und Hepatitis sind vor allem unter i.v.-konsumierenden Drogenabhängigen sehr verbreitet...

 

Auch wenn es für die meisten selbstverständlich ist. Die intravenöse Injektion von Drogen stellt eine unverantwortlich riskante Konsumform dar.

 
 
 
Was sind Alcopops?
 

Unter dem Begriff Alcopops fallen limonadehaltige Mix-Getränke, die mit vergärtem oder destilliertem Alkohol versetzt sind. "Alcopop" ist eine englische Wortschöpfung aus den Worten "alcohol" und "pop". "Pop" übersetzt man in diesem Zusammenhang mit "Limonade". Dabei gibt es zurzeit drei unterschiedliche Arten dieser Mix-Getränke, die in Deutschland verkauft werden:

Limonaden, denen branntweinhaltiger (destillierte Spirituosen) oder vergorener (Bier/Wein) Alkohol beigefügt wird

  • Alcopops mit den Hauptbestandteilen Bier und Limonade. Charakteristisch hierfür ist, dass der bittere Hopfengeschmack durch den fruchtigen, süßen Limonadegeschmack überdeckt wird
  • Limonaden, die sowohl mit Spirituosen (z.B. Wodka oder Rum) als auch mit Bier/Wein versetzt sind

Bekannt sind Alcopops unter Namen wie z.B. „Smirnoff Ice“, “Lemon Frizz“, „Bacardi Breezer“ oder „Rigo“. Mittlerweile werden Alcopops auch in Tuben bzw. Tüten verkauft.

 

Alcopops mit Bier und Wein

Verschiedene Firmen und Handelsketten entwickelten schnell neue Ideen, um Lücken im neuen Gesetz auszunützen. Da die Steuer nur auf branntweinhaltige (Spirituosen/destillierter Alkohol) Getränke erhoben wird, gibt es vermehrt Alcopops auf Wein- bzw. Bierbasis, die in der gleichen Größe und Aufmachung wie die bisher gängigen Alcopops mit einem Alkoholgehalt von ca. 5,5 % angeboten werden.

Alcopops als Pulver

Eine Firma in Nordrhein-Westfahlen kam im Herbst 2004 mit einer neuen Variante auf den Markt. Ein „Alcopop-Pulver“ wird in ca. 65 g Tütchen angeboten. Aufgelöst in 250 –275 ml Wasser erhält man ein Getränk mit ca. 4,8 % Alkohol. Auch diese Firma behauptet, ihre Zielgruppe nicht bei Jugendlichen zu suchen. Durch die Pulverform kommt sie raffiniert um die Sondersteuer herum, da diese nur für flüssige Getränke gilt.

 
 
Alkoholanteil
 

Ein gängiger branntweinhaltiger Alcopop (0,3 l) enthält ungefähr einen doppelten Schnaps, was einen prozentualen Anteil von 13-15 % des Getränkes ausmacht. Der fertige Getränke-Mix weist etwa 5,5 Vol % Alkohol auf, was mehr als einer ähnlich großen Flasche Bier entspricht.

 
 
Weitere Inhaltsstoffe
 

Weitere Bestandteile von Alcopops sind häufig künstlich hergestellte Konservierungs- und Geschmacksstoffe wie z.B. E 210 (Benzoesäure) oder E 211 (Natriumbenzoat). Diese beiden Stoffe sind wegen Allergieproblematiken und weiteren Unverträglichkeiten umstritten. Auch werden Stabilisatoren wie Apfelsäure (E 296), Citronensäure (E 330) oder Weinsäure (E 334) sowie künstliche Fruchtaromen oder natürliche Fruchtsäfte beigefügt. In den meisten Alcopops sind reichlich Farbstoffe beigemengt.

Kalorienbewusste sollten darauf achten, dass Alkohol an sich schon viele Kalorien hat (1 g Alkohol hat fast so viele Kalorien wie 1 g Fett). Zudem sind die meisten Alcopops mit bis zu 13 % Zucker versetzt, was bedeutet, dass ein Alcopop bis zu 200 kcal beinhaltet.

 
 
Der besondere Reiz
 

Durch Süßungsmittel und intensive künstliche Aromen wird der bittere Alkoholgeschmack überlagert. Das ist einer der Hauptgründe, weshalb Alcopops vor allem bei Jugendlichen, speziell auch bei Mädchen, so gut ankommen. Selbst diejenigen, die wegen dem bitteren oder stark alkoholischen Geschmack sonst kaum andere Alkoholika trinken, finden in den unterschiedlichen Variationen der Mix-Getränke ein sie ansprechendes Produkt. Zudem sind Alcopops in handliche Flaschen um die 0,3 Liter abgefüllt, die sich ideal für Partys und Tanzflächen eignen.

 
 
Risiken und Sucht
 

Auch wenn die Hersteller von Mixgetränken sich gegen diesen Eindruck zur Wehr setzen: Geschmack, Werbung und Optik von Alcopops spricht vor allem Jugendliche an. Das fruchtige Aroma der Getränke täuscht über den tatsächlichen Alkoholgehalt hinweg. Der hohe Zuckergehalt der Getränke, der den Alkoholgeschmack überdeckt, verleitet zum schnelleren Trinken, was das Risiko einer Überdosierung deutlich erhöht, da der hohe Zucker- und Kohlensäureanteil den Alkohol besonders leicht ins Blut gelangen lässt. Viele Jugendliche sehen in Alcopops in erster Linie ein mit Alkohol versetztes Fruchtsaftgetränk und kein rein alkoholisches Getränk. Dabei ist der Alkoholgehalt meist deutlich höher als bei einer Flasche Bier.

Nach dem Drogen- und Suchtbericht von 2003 hatte jeder Dritte 14- bis 15-Jährige schon einmal einen Vollrausch. Zwischen 2000 und 2002 ist die Zahl der wegen einer Alkoholvergiftung stationär behandelten Jugendlichen um 26 Prozent auf fast 13 000 Fälle gestiegen. Über die Hälfte der Fälle waren im Jahr 2002 betrunkene Mädchen zwischen zehn und 17 Jahren; insgesamt war jeder Dritte jünger als 15 Jahre.

Regelmäßiger Alkoholkonsum kann süchtig machen und schwere Krankheiten wie die Schädigung von Organen und des Nervensystems auslösen.

Es kann zu Schädigungen des Gehirns kommen. Bei jedem stärkeren Alkoholkonsum sterben Gehirnzellen ab.

Je früher sich ein regelmäßiger Alkoholkonsum bzw. Alkoholmissbrauch einstellt umso höher ist das Risiko einer Suchtentwicklung und damit einer körperlichen und seelischen Abhängigkeit. Gerade Kinder und Jugendliche sind in ihrem Lebensabschnitt besonders gefährdet, bei regelmäßigem Alkoholmissbrauch eine Sucht zu entwickeln. Das positiv erlebte Gefühl mit Alkohol führt zu dem Wunsch, dieses erneut zu erleben. Alkohol senkt aktuell die Hemmschwellen und ermöglicht vielen, leichter auf andere zuzugehen oder Schüchternheit und Unsicherheiten für einen Moment abzulegen - und das gerade in einer Lebensphase, in der es den meisten Jugendlichen schwer fällt, die eigenen körperlichen Veränderungen zu akzeptieren und sich auf den Eintritt ins Erwachsenenalter vorzubereiten.

Auf Dauer können sich psychische Probleme durch den Alkoholkonsum eher verstärken. Wird Alkohol zunehmend als Problemlöser eingesetzt oder um Hemmungen und Unsicherheiten zu bekämpfen, können Fähigkeiten zur Lösung der altersentsprechenden Entwicklungsaufgaben (Partnerschaft, Ausbildung/Beruf, Ablösung vom Elternhaus) nicht angemessen weiter entwickelt werden.

 
 
Recht
 

Wegen dem Zusatz von Spirituosen (destillierter Alkohol) wie Rum, Bacardi, Wodka etc. zählen Alcopops zu den harten Alkoholika. Ihr Konsum ist erst ab 18 Jahren erlaubt. Das war auch schon vor der öffentlichen Diskussion über Alcopops so. Nach einer Änderung im Jugendschutzgesetz vom Sommer 2004 muss der Hinweis „Abgabe an Personen unter 18 Jahren verboten“ gut lesbar auf dem Frontetikett der Fertigpackung oder Flasche angebracht werden.

 
 
Entwicklungen und Trends
 

Innerhalb von nur 5 Jahren hat sich der Absatz in der Altersgruppe der 14 bis 19jährigen versechsfacht. In der Gruppe der 14 bis 17jährigen gaben nach einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) 48% an, mindestens einmal im Monat solche Mixgetränke zu konsumieren.

Seit dem 2. August 2004 wird für jede 275 ml Flasche ein Alcopopsteuer von 0,84 Euro erhoben. Geregelt ist dies im Alcopopsteuergesetz. Die Nettomehreinnahmen sollen der Suchtpräventionsarbeit zu gute kommen. Die bei Jugendlichen beliebten süßen alkoholischen Mischgetränke wurden nach Aussage der Bundesregierung mit einer Sondersteuer belegt, um den Konsum einzugrenzen. Die 0,7 l große Fasche Doppelkorn im gleichen Regal betrifft es nicht.

Das Ziel, die Getränke durch eine Sondersteuer für Jugendliche unattraktiv zu machen, wurde in Frankreich erreicht: Der Markt für die süßen Spirituosen ist praktisch zusammengebrochen. Allerdings geben Kritiker zu bedenken, dass sich der Alkoholkonsum durch die Steuer nur auf andere alkoholische Getränke verlagert hat.

 

 
     
 

 

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